Mit Worten (1)

Auf der Suche nach dem Ton in mir, der die selbe Schwingung hat,
wie das Gefühl für Dich. So lange ich den nicht gefunden habe,
kreisen die Worte wie kleine Vögel, ohne Stromleitungen zum
drauf sitzen, durch mein Herz.

Da sind auch ein paar Wolken, mit lichten Rädern, drin und
Sonnenstrahlen, die in deinen Augenwinkeln sitzen, wenn du
(mich an)lachst.

Ich suche diesen Ton der zwischen uns hin und her schwingt,
deinen Ton und meinen Ton, mal laut mal leise, hin und her,
auf Luft getragen.
Der in meinen Bauch fällt, wenn ich dein Gesicht sehe, deine
Stimme höre, deine Siluette irgendwo rumsteht.
Da wohnst du, in diesem Körper.
Woher kommt der Ton?

Die Worte fliegen, der Satz kreist, alles was beschrieben
werden kann schwebt dazwischen.

 

 

Alle Rechte bei Fritzi Jarmatz 2017

f a l s c h g e l d

Falschgeld_klein

Illustration zu dem Gedicht „Falschgeld“ von Johannes Paul Kögler.
Johannes-Paul Kögler (*1985) – Offizier, Historiker und Schriftsteller
Erschienen in „Der Maulkorb“ # 10 „illustriert“.


Falschgeld

I

Zur Richtigstellung des Metalls,
seitlich seiner Zahlen
geriffelt oder glatt
mit ausgestanztem Ring,
durch den ein Auge schielt
vielversprechend sind die Aussichten
ein wenig von Heiterkeit
lässt sich aussitzen,
im Vorrübergehen,
sie kann mir kein falsches Gefühl
vermitteln
die glänzende 1

II

du läufst rum wie –
nach der müden Heimkehr
vom Bankautomaten
leuchtend braun-rot-grün,
zur Taubheit gebogene
Eselsohren –
falsch für falsch getauscht
unter flatternden Stimmen im Modehaus
im Sprit ertränkt,
vom Taxifahrer verraucht

III

aus den digitalen Kurven gestoßen
fahren die Schulden mit windows
hoch, jeden Morgen
in den Frühling der Märkte, antizyklisch verspricht es Papier
zu Klebstoff, ohne Hologramm
und Wasserzeichen
nur die Windschwärze des
virtuellen Geldes
orakelt am Abend

IV

ein paar Kokskrümel
haben sich entkleidet
zur Richtigstellung des Papiers,
dem Wesen nach
ein kybernetischer Traum,
wertlos wie die Aktien
vergangener Zeiten,
deuten sie die Zahlungsfähigkeit
in grüner Hülle


© Bildrechte: Fritzi Jarmatz / Berlin
©Textrechte: Johannes Paul Kögler / Hamburg