Geschichten von Dingen

 

Team Elena Caniova, Fritzi Jarmatz, Gabriela Kapfer, Sandra Stark, René Reichelt

Museen, die sich mit der Geschichte einer kleinen Stadt oder gar eines Dorfes
befassen, heißen in Deutschland »Heimatmuseum«. Sie sind Orte des Sammelns von Dingen älterer Zeiten. Es sind wilde Fundgruben, mit leicht verramschtem, angestaubtem Charakter. Die Funktion der Dinge ist manchmal in Vergessenheit geraten, aber zu fast jedem Gegenstand ist eine Geschichte da, abgespeichert im Kopf der Museumsbetreibenden.
Diese Orte könnten veranschaulichen, wie sich das Weltgeschehen im
Lokalen niederschlägt. Leider gelingt ihnen dies zu selten. Die Ausstellungen sind oft vor mehr als 2o Jahren zusammengetragen und aufgestellt wurden. Geändert hat sich seitdem wenig. Nur die Zeit, die ist vergangen und die Betreibenden sind die selben geblieben. Oft eine Hand von Ehrenamtlichen, die auch nicht recht wissen, wie es in Zukunft weitergehen wird. Und wer kommt mal wieder hier vorbei, wenn er schonmal da war? Denn Heimatmuseen sind geprägt von der Freude am Sammeln – nicht von Strategien der Vermittlung. Redunanz kann zwar auch etwas erzählen, noch mehr aber die Menschen vor Ort:
Also erstmal ausräumen und Platz machen für ein leicht bewegliches und veränderliches System, in dem auch die Leute zu Wort kommen, die die Geschichten in sich tragen.
Die von uns entwickelten und als Prototypen gefertigten einfachen Vierkantstahlwürfeln sind lokal und günstig herzustellen, nicht brennbar, wirken neutral und erlauben vielfältige Ausstellungsarchitekturen: zwei bis drei Würfel plus Rahmen bilden ein Ausstellungsmodul.
Jedes Modul beinhaltet einen historischen Gegenstand, der in zwei Texten
erklärt wird. In dem einen erzählt ein Bewohner des Ortes eine Geschichte in der
der Gegenstand eine Rolle spielt. Grundlage sind die Erzählungen der Menschen vor Ort, die uns in Interviews zu den Gegenständen, Geschichte und Geschichten, Orten, Erinnerungen …gern Auskunft gegeben haben. Der zweite setzt diese in den Kontext ihrer Zeit. So entwickeln wir, ausgehend von konkreten Gegenständen, eine dichte, lokale Überlieferung erweiter mit historischer Perspektive, die jederzeit ergänzt oder für Sonderausstellungen neu arrangiert werden kann.
So entsteht zusammen mit den Menschen nicht mehr nur ein Museum der Dinge, sondern ein Ort gemeinsamer Geschichten, der von den Menschen wesentlich mitgestaltet wurde.
Das Museum wurde im Sommer 2016 neu eröffnet.

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