Sommer im Oderbruch (1)

FrüherOrte_1

Natürlich läd sie mich zum Essen ein. Der Tisch ist schon für drei gedeckt. Es gibt heiß gepellte Kartoffeln mit Sahnehering. Wir essen von Tellern, die mich an meine Oma erinnern. „Ich schneide die Heringe immer klein,“ sagt sie und entschuldigt sich dafür, dass sie „wie ein Bauer“ isst – die Arthrose. Frau P. nickt erklärend in Richtung der Hände.
Im Radio läuft ein Oldi–Pop–Mix, dazwischen die Nachrichten der Stunde im halbstundentakt: Ein altes Soldatengrab aus dem Zweiten Weltkrieg wurde heute festlich umgesetzt. Politiker waren anwesend. Ein schwerer Unfall auf der Autobahn – Vollsperrung. Bitte weiträumig umfahren.
Das Licht scheint müde zum Fenster rein. Zum Nachtisch gibt es selbstgemachtes Birnenkompott aus eigener Ernte. Körnig und süß, wie früher. Westerhagen singt dazu „…und was süßes zum Dessert, Freiheit Freihahahahahaheit ist die Einzige die zählt. –

© Fritzi Jarmatz / 2015 / Oderbruch

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s