DessauGefühl II

Ich kann ja nicht nur von anderen verlangen, etwas über dieses Thema zu schreiben, sondern muss mich auch selbst daran versuchen. Also versuch, versuch, versuche ichs mal: es wurde schon diskutiert, immer wieder, nicht hier, aber tete á tete Matzazes Kulturlostheorie, Christians Nulltheorie.. jeder hat seine ganz eigenen Gedanken und das ist schön. Hier soll keine Meinung gemacht werden und Konsens ist auch nicht nötig. Eine lose Sammlung wäre schön, auch Postkarten, Bilder und so sind immer gerngesehen.


Wenn ich vom „Dessaugefühl“ spreche, meine ich nicht etwas Positives, sondern das seltsame Gefühl, dass man egal, wie schnell und wohin man sich hier bewegt, nicht vom Fleck kommt. Dieses Gefühl ist nicht immer da. Jetzt im Sommer ja eh nicht, aber eine lähmende Grundstimmung scheint manchmal über allem zu liegen. Und, was ich zum Beispiel aus Dresden kannte, dass im Winter die Wohnungen zu Inseln und drinnen Wärme in großen Stücken verteilt wurde, ging öfters verloren. Ich meine auch eine allgemein spürbare Resignation. Wobei ich die Dessauer Bürger ausnehmend zuvorkommend und sehr hilfsbereit finde. Wenn mir im Kaufland wegen mangelndem Wagen etwas aus der Hand rutscht, ist sofort einer da, der das aufhebt, oder die Damen in der Stadtbibliotek, die mich nach kurzer Zeit mit Namen ansprachen und immer fragen, wie es so geht.
Woran liegt also diese Resignation, ist die denn bei allen, oder ist das ein studentisches Problem, oder nun mein eigenes?
Fehlt es an der Kultur, an Angeboten? Irgendwie schon, aber kann man die sich nicht auch selbst erschließen, oder dann eben mit der wunderbaren Natur zufrieden sein? Irgendwie geht das manchmal, manchmal auch wieder nicht.
Eine andere interessante Frage wäre, wie die Dessauer selber ihre Stadt wahrnehmen. Ob es früher, zu DDR-Zeiten hier mehr Kultur gab, inwieweit die eintönige Architektur und die flache Landschaft auch einfach das Auge und die Seele langweilen und einschläfern.

Ab und zu muss ich einfach raus hier, andere Menschen sehen, Häuser die höher als drei Stockwerke sind und richtig Krach auf der Strasse erleben, rote Ampeln, sich stauende Autos, laute Menschen, einfach Lebendigkeit. Im Winter verlagert sich jeder in seine eigenen vier Wände und die Kommunikation schläft ein, dabei ist die doch wichtig. Ich brauche den Austausch und das Gefühl, dass das was um mich herum passiert echt und lebendig ist.

Puh, ziemlich privat, aber this is ja auch ein very privat blog..
liebe Grüße an alle da draußen und ein herzliches Winken.
Fritzi

hier nochn paar Dessauphotos:


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